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FUN FACTORY

Sind Menstruationstassen eine echte Alternative zu Binden und Tampos? Wir klären auf.

Ich bin ja ein umweltbewusster Mensch. Deshalb hat es mich schon immer gestört, dass ich bei jeder Menstruation eine Unmenge Müll produziere: Binden, Tampons und Slipeinlagen füllen meinen Mülleimer und ich wage kaum, mir auszurechnen, wie sich das summiert. Das überlasse ich lieber anderen: Rund 140 Kilo Müll sollen es sein, die eine Frau in ihrem Leben zusätzlich durch Menstruationshygieneartikel (tolles Wort übrigens) verursacht.

Dazu kommt noch, dass ich eine der Frauen bin, die immer dann kein Tampon oder Binden im Haus hat, wenn es dann soweit ist. Panisch durchwühle ich dann sämtliche Handtaschen, Rucksäcke und sonstige Behältnisse, in denen noch ein vergessenes Tampon schlummern könnte, um mich zu retten – meist passiert sowas ja nachts, einfach einkaufen gehen ist also nicht.

Menstruationstasse: Was ist das eigentlich?

Schon länger schleiche ich deshalb um eine Errungenschaft herum, die meine Freundin lapidar „Ökotampon“ genannt hat: Menstruationstassen versprechen die Lösung all meiner Probleme. Sie verursachen keinen Müll, sind immer da weil wiederverwertbar und sollen auch noch wesentlich gesünder für das Scheidenklima sein.

Also, Frau, trau dich! Als ich mein „Starter Kit“ von Fun Factory auspacke, mache ich doch erst mal große Augen: Zwei Menstruationstassen in unterschiedlichen Größen liegen vor mir, in knalligem pink und blau, schön verpackt im goldenen Karton. Diese Fun Cups sehen doch ganz schön massiv und wuchtig aus. Das soll ich bequem für bis zu 12 Stunden in mir drin haben? Ich weiß ja nicht… Vorsichtig stupse ich die Fun Cups mit dem Finger an und bin erleichtert: Sie geben sanft nach. In der Hand entpuppen sie sich als zwar solide gearbeitet, aber überhaupt nicht starr oder kalt. Die Oberfläche fühlt sich samtig und glatt an, das Material lässt sich in alle Richtungen falten und biegen. Ich seufze. Na gut, ran an die „Bedienungsanleitung“.

Natürlich hat „Fun Factory“ gut recherchiert – sie kennen die Probleme der Frauen genau. Und so finde ich mich prompt in den ersten Ausführungen wieder: Weniger Müll, keine Hygiene-Artikel-Defizite mehr, „gesund, komfortabel und praktisch“ sollen die Fun Cups sein. Tanzen, schwimmen, turnen: Alles kein Problem mehr mit dem Fun Cup. Sogar der Sex soll besser werden bei Verwendung dieser Dinger: Schließlich trocknet kein Zellstoff-Tampon mehr meine Scheidenwände aus und verursacht feine Risse dort. Klingt ja soweit ganz gut.

Damit ich den Fun Cup auch immer zur Hand habe, wenn ich ihn brauche, liefert Fun Factory einen kleinen, antibakteriellen und leicht zu reinigenden Beutel mit Magnetverschluss mit, den ich mir allerdings bestimmt nicht wie im Werbebild gezeigt außen an meinen Rucksack pinnen werde. Aber nun ja, immerhin fliegt der Cup dann nicht einfach so in meiner Tasche rum.

Die Anwendung – schmerzfrei und simpel

Jetzt wird es spannend: Ich habe die Seiten mit den Instruktionen zum Einsetzen erreicht. Zwei verschiedene Falttechniken des Cups probiere ich aus. Auch wenn ich schon ein Kind geboren habe – ich entscheide mich doch erst mal für den kleineren der beiden Cups. Das Falten klappt ganz gut – ich kriege beide Techniken auf Anhieb hin. Ich soll mir eine entspannte Situation zum Ausprobieren aussuchen, wird mir empfohlen – und nachdem ich versucht habe, den Fun Cup einzuführen, weiß ich auch, warum. Das ist nämlich gar nicht so einfach – mit einer Hand den gefalteten Cup an Ort und Stelle zu bringen entpuppt sich vor allem als mentale Herausforderung – was, wenn das weh tut?!

Doch schnell merke ich, dass da nichts weh tun kann: Auch als mir der Cup einmal aus den Fingern rutscht und sich zu früh entfaltet, fühlt es sich lediglich ein wenig merkwürdig an. Also, noch mal. Ich brauche mehrere Versuche, bis der Cup richtig sitzt. Puh. Wenn das jetzt so bleibt, ist das nichts für mich, denke ich noch.

Dann habe ich es geschafft. Schon beim Aufrichten spüre ich – das ich nichts spüre. Der Cup ist drin – und genau da, wo er sein soll. In den nächsten Stunden bleibt das auch so, obwohl ich testhalber einkaufen gehe, jogge und mit meiner Tochter Trampolin hüpfe. Alles super. Auch der Gang zur Toilette funktioniert ohne Probleme.

Allerdings traue ich mich nicht, die vollen 12 Stunden auszureizen, auch wenn das wegen des medizinischen Silikons bakteriell kein Problem wäre. Aber was, wenn das Ding überläuft? Also entscheide ich mich in den ruhigen Abendstunden, mal nachzuschauen. Das ist jetzt noch so etwas, weshalb ich mich lange gescheut habe, das mit den Menstruationstassen auszuprobieren: Ein Rückholbändchen haben die nicht. Aber Berührungsängste gegenüber dem eigenen Körper sind ja nicht mehr zeitgemäß, also taste ich tapfer nach der Spitze meines Cups – und erwische sie zu meiner Überraschung sofort. Mit meinem Beckenboden helfe ich ein wenig nach und schwups habe ich das Behältnis in der Hand.

Die Reinigung – gar nicht ekelig

Es ist gegen meine Erwartungen gar nicht eklig. Ein bisschen Blut – viel weniger, als ich dachte, ist drin, von außen aber gar nichts dran. Ich leere den Cup, wasche ihn mit warmem Wasser und Seife aus und habe diesmal wohl Anfängerglück, als ich ihn erneut einsetze – er sitzt sofort.

Am nächsten Morgen bin ich gespannt: Keine Flecken auf dem Lacken oder in der Unterwäsche. Das ist ja schon mal was. Auch verschlafen schaffe ich es, den Cup zu entleeren und einzusetzen, diesmal wieder ein bisschen mehr Probieren, bis ich es habe, aber immerhin. Es wird.

Fazit – Weg mit Binden und Tampons

Nach einer Woche Periode bin ich Profi. Und überzeugt. Mein Cup hat mich in allen Alltagssituationen brav begleitet – und ich freue mich riesig, dass ich keine nervigen Tamponwechsel auf fremden Toiletten machen musste. Nach einigen Tagen habe ich mutig auch mal den großen Cup ausprobiert – er war ein wenig schwieriger einzuführen, dafür konnte ich ihn auch an meinen stärksten Tagen ohne Probleme acht Stunden drin lassen – grandios. Kein Geruch, kein Auslaufen – und hiermit eine absolute Empfehlung: Unbedingt ausprobieren!

Menstruationstassen shoppen? Bei Amorelie gibt es die “Fun Cups” von Fun Factory

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