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Nur in Unterwäsche auf der Straße: Eine Aktion für mehr Selbstakzeptanz

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Sicher habt Ihr sie auch schon gesehen, die Fotos der Aktion ‘Bodylove’ der Fotografin und Aktivistin Silvana Denker? Wenn nicht, dann wird es Zeit, denn dabei handelt es sich um eine wichtige Botschaft, die uns alle betreffen sollte.

Sei es für uns selbst und wie wir uns und unseren Körper empfinden oder wie wir andere sehen. Mal ehrlich, habt ihr euch noch nie kritisch im Spiegel betrachtet und euch dabei gewünscht, anders auszusehen? Oder dabei ertappt, wie ihr die Proportionen oder das Äussere anderer beurteilt? Wohl kaum. Ist auch schwierig, wenn man täglich bewusst und unbewusst an das ideale Erscheinungsbild von Frau und Mann erinnert wird: Film, Fernsehen, Werbung, Presse und Internet zeigen künstlich erhöhte Schönheitsideale, die für die meisten von uns nicht erreichbar sind, egal wie sehr wir uns anstrengen. Es entsteht eine Art gesellschaftlicher Druck, diesem Ideal zu entsprechen. Vor allem bei jungen Frauen führt dies nicht selten zu Esstörungen mit teilweise schweren gesundheitlichen Folgen.

Silvana Denker, selbst erfolgreiches Model der ‘Plus Size-Branche’, setzt sich seit einigen Jahren für ein realistisches Frauenbild ein, für mehr Akzeptanz und Toleranz und dafür, dass Plus Size Mode und Modeling auch in Deutschland anerkannt und ernst genommen wird. Ihre Fotostrecke namens Bodylove zeigt jeweils bis zu 8 Erwachsene jeden Geschlechts, Alters, mit unterschiedlichen Kleidergrössen, mit und ohne Tatoos, mit Behinderung, gekleidet in schlichter schwarzer Unterwäsche mit je einem Buchstaben des Wortes Bodylove auf den Bäuchen gemalt, durch Fußgängerzonen oder andere markante Punkte der Stadt gehen, während Silvana sie fotografiert. Die Aktionen fanden bisher in Siegen, Hamburg, Koblenz, Köln, Berlin und Stuttgart statt. Sie wirbt damit für mehr Selbstliebe und Akzeptanz dafür, dass wir alle in unserer Vielfalt mit unseren vermeintlichen Unvollkommenheiten schön sind. Wir sollten uns alle wieder ein bisschen mehr lieben und nicht durch das in den Medien propagierte Schönheitsideal, das kaum einer erfüllen kann, einschüchtern lassen. Auch erhofft sie sich etwas mehr Toleranz gegenüber Menschen, die anders aussehen. Besonders in Zeiten der berühmten Shitstorms ist es schon fast zur Mode geworden, andere Menschen aufgrund von Äußerlichkeiten zu beleidigen.

 

Auch in Italien, Spanien, Polen, Mexiko, China und den USA wurde bereits darüber berichtet. Auch die französische Elle schreibt über die Aktion. Sie trifft meiner Meinung nach einen Nerv, der die westliche Welt seit langem beschäftigt.

So schreibt z.B. die französische Regierung mittlerweile vor, dass Models zur Zulassung auf den Laufstegen ein gesundheitliches Atest vorlegen müssen, in dem aufgrund ihres Body Mass Index (BMI) deren Gesundheit ärztlich bestätigt ist. Verantwortlichen von Firmen, die Models beschäftigen ohne dieses Zertifikat, drohen hohe Geldstrafen und sogar bis zu 6 Monaten Gefängnis. Das zeigt, wie gravierend das Problem in Frankreich ist.

 

Silvanas Kampagne kann auch hierzulande dazu beitragen, dass sich etwas ändert. Es erreichten sie bereits unzählige Nachrichten von Frauen und Männern, die durch diese Fotos wieder Mut gewonnen haben, sich selbst wieder mehr akzeptieren zu können. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, sind wir jede(r) einzelne von uns dazu aufgerufen, die Fotos auf den sozialen Platformen zu teilen.

Geht dazu bitte auf Silvana’s Facebookseite: https://www.facebook.com/Silvana-Denker-Fotografie-138812196134551/

Dort findet ihr auch Einzelheiten darüber, wie man die Aktion durch Spenden unterstützen kann.

Die nächste Aktion findet übrigens am 23. Januar in Frankfurt statt. Es werden dafür auch noch Models gesucht, jeder kann sich bewerben!

Tags : BeautybodyloveflashmobPlus SizeSchönheitschönheitsidealeSilvana DenkerSmall size
Frauke

The author Frauke

Frauke hat Textil-Design studiert und nach ersten Abstechern im Strickdesign ist sie bereits seit über 15 Jahren als Designerin und Produktmanagerin in der Wäscheindustrie tätig. Sie hat international für große Marken und Hersteller gearbeitet, als auch kleinere Labels betreut. Mit ihrer Kollektion ‘Fräulein Annie’ verleiht sie seit 2010 ihren eigenen Vorstellungen von Lingerie Ausdruck und möchte so auch Frauen für feine Dessous und Bademode begeistern, die sich vom weithin propagiertem Körperideal nicht angesprochen fühlen. Ewig pendelnd zwischen England und Deutschland, weil sie sich nicht entscheiden kann, wo es am schönsten ist und immer etwas vermissen würde (Land und Leute!). Den Laptop immer dabei, um überall das Büro aufschlagen zu können.

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