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20150602_092453Rein kalendarisch sollte der Sommer bereits in voller Blüte stehen und wir uns bereits an Badeseen, Stränden und Beachclubs in der Sonne wälzen. Bereits seit Wochen arbeitet man daran, den Winterspeck loszuwerden, um genau jetzt eine gute Figur zu machen. Aber auch die Last-Minute Freaks nutzen die Zeit für effektives Work-out, um den letzten Röllchen den Garaus zu machen – sehr löblich. Ich als bekennender Sportstudio-Junkie mit zeitweiliger Motivationssperre quäle mich mehrmals die Woche mal besser, mal schlechter durch das Heavy Metal meines Studios und muss immer wieder feststellen, dass die Gattung Mann gerne die Fitnessetiquette in die hintere Ecke ihres Spindes verdrängt und ihr eigenes Ding durchzieht. Oftmals mit recht seltsamen Ergebnissen.

Diese Erlebnisse haben mich dazu veranlasst, die No-Gos im Sportstudio unter die Lupe zu nehmen und den Zeigefinger mahnend in die Höhe zu recken.

Handy-Mania

  • Ständige Erreichbarkeit und Selbstdarstellung gehört heute leider zu unserem Alltag. Mittlerweile geht das aber soweit, dass selbst auf dem stillen Örtchen im Studio die Probleme lautstark diskutiert werden. Und natürlich muss der Erfolg des Trainings sekündlich als Selfie dokumentiert werden. Faktisch ist es so, dass es Übungen gibt, bei denen ein Maß an Konzentration notwendig ist, um sein Trainingsziel zu verfolgen. Lautstarke Diskussionen und Gespräche über das Mobiltelefon sind da einfach fehl am Platze. Jedes Studio bietet dafür separate Plätze, an denen man sein Gespräch in aller Ruhe fortsetzen kann, ohne den regulären Trainingsablauf der Anderen zu stören.
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  • Posing-Power
    Ja, wir Männer finden es natürlich geil, wenn die Muskulatur sich langsam immer besser abzeichnet und aus dem Waschbärbauch langsam ein Waschbrettbauch wird. Gerne teilen wir diese Ergebnisse mit unseren Trainingskumpanen und das am besten vor den großen Spiegeln in einem anregenden Gespräch – leider oftmals in der Lautstärke einer Flughafenlandebahn. Es muss lauthals gestaunt, gestöhnt, gelacht werden, damit man sich richtig männlich fühlt. So sammelt sich dann gerne eine Gruppe von mehreren Leuten an einer Stelle, die von Anderen gerne zum Training missbraucht werden würde, um sich zu brüsten. Posing ist dem Manne scheinbar in die Genetik verpflanzt worden, so wie der Pfau sein Rad schlägt. Nur weil man einen monatlichen Beitrag zahlt, darf man noch lange nicht machen, was man will. Also, Rücksichtnahme ist angesagt.
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  • Moschus von gestern
    Pheromone gehören zu unserem Körper wie Augen und Nase. Diese Lockstoffe machen in den Augen Anderer attraktiv oder abstoßend, doch manche Männer übertreiben es gerne mal.
    Da gibt es zum einen die, die morgens schon riechen als hätten sie in einer ganzen Douglas-Filiale gebadet, was ja schon heftig genug ist. Doch, es geht noch schlimmer…
    Sport und Schweiß gehören ganz fest zusammen, aber der sollte dann wirklich frisch sein und nicht wie ranziges Frittenfett von vor drei Wochen riechen. Mal im Ernst, ich habe bereits Erfahrungen gemacht, bei denen morgens um 8 Uhr Männer so penetrant gerochen haben, dass die Leute drum herum den Raum verlassen mussten. Ich flehe euch an, macht euch vor dem Sport zumindest frisch und benutzt ein Deo, wenn ihr vorher schon nicht duschen wollt. Ihr seid nicht alleine und gewisse Duftstoffe sind eher eine Belästigung anstatt anlockend.
  • Stielaugen
    Das eine oder andere mal passiert es jedem: da läuft ein Mensch vorbei, von dem man einfach nicht seine Augen lassen kann. Die Gründe dafür lassen wir jetzt einmal dahin gestellt. Fakt ist, dass es Unterschiede zwischen „Anschauen“ und „Angaffen“ gibt. Ein kurzer bewundernder Blick in ein schönes Kompliment über das sich jeder Mensch freut. Die abtörnende Version nach Zoobesucher-Manier ist ein absolutes No-Go im Studio. Gerade im Wellness-Bereich, wo die Bekleidung eher spärlich ist, sollte man den Gaffer-Drang in sich unterdrücken, um den Gegenüber nicht zu beleidigen. Es gibt Menschen, die man positiv angafft, weil sie einem gefallen und dann gibt es natürlich auch das Gegenteil, aber ein menschliches Maß an Respekt sollte jeder von uns in die Wiege gelegt bekommen haben. Wenn dem nicht so ist, dann kann es jeder immer noch lernen.20150606_094822
  • Maurer- Dekolletee
    Liebe Männer, es sollte doch nicht so schwer sein, passende Sportkleidung zu finden, die euch nicht verhüllt wie einen Scheich, aber zumindest nicht zeigt, was nicht jeder sehen will und muss, oder?
    Tank Tops sind am Strand zum Posen vielleicht cool oder sexy, aber muss ich deswegen auf dem Laufband eure Nippel links und rechts vom Träger herausschauen sehen? Klar sind sie lässig und haben einen sportlichen Touch, aber mal im Ernst, habt ihr schon einmal eine Frau gesehen, die ihre Brust derartig entblößt hat? Einige von euch würden es sicher gerne, aber das hat nichts im Studio zu suchen. Der Klassiker beim Sport ist aber das allseits bekannte Maurer-Dekolletee. Kniebeugen mit oder ohne Langhantel oder sonstigem Trainingsequipment und die Sporthose rutscht runter und das eh schon zu knappe Shirt rutscht hoch. Heraus kommt ein Einblick, der nicht immer schön ist und den nicht alle sehen wollen. Also, achtet beim Sport auch auf funktionelle Kleidung, die passt, sitzt und nicht an eine unfreiwillige Strip-Show erinnert, alleine aus Respekt den Anderen gegenüber.

Ich muss je gestehen, dass auch ich nicht frei von Fehlern in diesem Bereich bin und mir auch schon das eine oder andere Mal ein unfreiwilliger Fauxpas passiert ist. Trotzdem sollte man sich immer mal hinterfragen und daran denken, dass man in erster Linie im Studio ist, um etwas für sich und seinen Körper zu tun. Also haben alle das gleiche Ziel und damit auch das Recht, dies in einem angemessenen Rahmen zu erreichen, der der Sommer kommt, früher oder später.

Tags : KolumneMännerMännersportmodeSportmode
Stephan Burghardt

The author Stephan Burghardt

Stephan aus Hamburg führt eine PR-Agentur, die hauptsächlich Kunden aus den Bereichen Mode und Accessoires betreut. Kein Wunder, dass er so ein herzlicher Frauenversteher ist, wenn er sich täglich mit Handtaschen, Strasskettchen, Düften und Haarstyling umgibt. Als der Hahn im Korb bei Dessous Diary weiß er natürlich genau, dass wir Frauen an unseren Partnern oder Lovern gerne etwas Schickes Drunter sehen möchten. In seinen Artikel versucht Stephan diesen Fakt der Männerwelt näherzubringen. Wir bekommen Danke-Emails – noch Fragen?!

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